Forderungen der Berliner MigrantinnenProjekte zum Schutz vor Gewalt
Zum verbesserten Schutz für Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund, die sich in Situationen häuslicher Gewalt befinden, fordern wir von den politisch Verantwortlichen ein Anti-Gewalt-Programm mit folgenden Maßnahmen:
- ein eigenständiges Aufenthaltsrecht für alle Frauen, die von Gewalt bedroht sind, ohne jede Mindestbestandszeit der Ehe
- Anerkennung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen als Härtefall, ohne dass die Senatsverwaltung für Inneres die Entscheidungen der Härtefallkommission wieder rückgängig machen kann
- Anerkennung von frauenspezifischer Verfolgung als Asylgrund
- Überprüfung der Gesetze und Maßnahmen zum Schutz vor häuslicher Gewalt auf ihre Wirksamkeit für Migrantinnen und Umsetzung der Erkenntnisse
- schon bei der ersten Anmeldung der Frauen in der Ausländerbehörde: Ausgabe von Informationsmaterial zu ihren Rechten und Hinweise auf Beratung (entsprechend den Informationen zu den Integrationskursen)
- Erweiterung der Integrationskurse durch Informationen zu Rechten und Möglichkeiten von Frauen
- eine Plakataktion in den wichtigsten Muttersprachen: Prominente mit Migrationshintergrund können öffentlichkeitswirksam dafür eintreten, dass Gewalt gegen Frauen und die Ermordung von Frauen nie eine Ehrensache sein kann
- eine Kampagne in den ethnischen Zeitschriften und Fernsehsendern, die dazu dient, andere Muster und Vorbilder vorzustellen
- eine Aufklärungskampagne in den Schulen, die sich mit den Vorurteilen in den Köpfen der Mädchen und Jungen auseinandersetzt
